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Das Problem mit unserer Welt

Eine Billion Dollar wird jedes Jahr f?r Milit?rzwecke ausgegeben, 300 Milliarden Dollar f?r protektionistische Ma?nahmen und 50 bis 60 Milliarden Dollar f?r Entwicklungshilfe - es ist verr?ckt anzunehmen, dass die Probleme damit gel?st werden.

Weltbankpr?sident James Wolfensohn, zit. nach: Frankfurter Rundschau, 15. April 2005
18.4.05 20:24


17.4.05 13:21


Ich wei? es war nur ein Abend
unf?hig etwas weiterzuf?hren
mit dir.
die d?rftigkeit in der wir
jahr f?r jahr
eingeschlossen sind.
16.4.05 21:01


Politisch unkorrekt. Geschmacklos. B?se. Adolf.
16.4.05 15:23


Lukas

Ich hatte sie liebgewonnen, obwohl wir uns erst seit einer dreist?ndigen Zugfahrt kannten. Sie redete nicht viel, aber die Worte die aus ihrem Munde tropften, schienen f?r mich eine Bedeutung zu haben. Wir redeten ?ber den kalten Winder, ?ber Berufe und ?ber die Beerdigung meines Gro?vaters. Und immer wieder wurden unsere Gespr?che ?bedeckt von den langen Tunnelpassagen, in deren Dunkelheit wir uns nicht trauten weiter zu reden. Diese Strecke musste nicht sehr aufmunternd f?r den Zugf?hrer sein, ob er am Tage oder w?hrend der Nacht fuhr, es konnte kein gro?er Unterschied sein.
Ich konnte nicht wirklich erkl?ren, was mich an ihr faszinierte: War es ihr noch so jugendlich wirkendes Gesicht? Die blonden Haare in die Str?hnchen eingeflochten waren? Oder waren es ihre Fingern?gel, die in den selten Sonnenmomenten der Zugfahrt glitzerten wie Diamanten?
Als sie fragte, ob ich mit ihr ins Zugrestaurant kommen w?rde, war ich sofort einverstanden. Ich h?tte es besser wissen m??en. Es war einfach zu perfekt.
Sie lie? mich vorgehen. Wir streiften mehrere Abteile, die meisten von ihnen waren leer, die Strecke war nicht sehr beliebt. Die ganze Zeit hatte ich dabei das Gef?hl, in die falsche Richtung zu gehen. "Ist das Restaurant nicht am Ende des Zuges?" fragte ich sie etwas verwirrt, und schon sp?rte ich eine Messerspitze auf meinem R?cken. Wie gesagt, ich konnte nicht sagen, dass ich durch diese Wendung der Ereignisse wirklich ?berrascht war. Nat?rlich h?tte ich es nie f?r realistisch gehalten, aber das Unterbewutsein sp?rt doch mehr, als man glaubt.Ich lie? es, zu fragen ob sie Geld wolle. Das war nicht ihr Ziel. Sie wollte mich, und sie wollte dass ich zum Anfang des Zugs ginge.
Die Eisent?r des Zugf?hrers trat sie ein, als bestehe sie eigentlich aus Holz. Dem Zugf?hrer selbst schnitt sie so schnell die Kehle durch, dass ich mir eingebildet hatte, so schnell noch nicht einmal das Blut gesehen zu haben, was doch aus aus dem Hals h?tte tropfen m?ssen. "Wo sind die Bremsen?" fragte sie mich, der Zugf?hrer lag den Kopf zum Boden gerichtet in der Ecke. "Vielleicht h?ttest du ihn fragen sollen?" sagte ich, und doch zeigte meine Hand, die ein wenig zitterte, einen Teil der Amaturen. Sie schien mich nicht umsonst ausgesucht zu haben.
Der Zug befand sich nun in einem der wohl l?ngsten Tunnel, Tageslicht war nicht mehr zu sehen. Verschluckt von gierigen schwarzen L?chern. Als sie die Bremsen zog, gab es einen furchtbaren L?rm. "Warum nicht die Notbremse im Abteil?" fragte ich neugierig. "Es ging mir zun?chst eher um den Zugf?hrer. Erst dann um euch," sagte sie und ?ffnete dann die T?r des Wagons nach drau?en. "Geh vor!" befahl sie mir in einem Ton, den ich nicht besonder mochte. Betont langsam ging ich die erste Stufen hinunter, doch von der zweiten w?re ich fast hinuntergefallen. Zwei Meter vor dem Zug ?ffnete sich ein riesiger Schlund. Es war unglaublich hei?, ?berall brannte es und tief auf dem Grund kochte Lava. Es sah aus wie das Tor zur H?lle. "Das ist ironischerweise nah an der Wahrheit" vernahm ich ihre Stimme, als h?tte sie meine Gedanken lesen k?nnen.
Sie hatte den Zugf?hrer am Kragen die Wagonstufen hinuntergeschleift. Dann hielt sie ihn mit dem rechten Arm in die H?he ?ber den Abgrund. "Was soll das Ganze?" versuchte ich sie anzuschreien, doch mein Ruf war eher ein Fl?stern aus Angst geworden. "Ich bringe jemanden nach Hause," antwortete sie, "jemanden der noch gern seine Freunde eingeladen h?tte." Sie lie? ihn fallen, der Grund verschluckte ihn, dann schlossen sich die gegen?berliegenden Krater wie Z?hne. Und nichts war mehr von dem gigantischen Abrgrund zu sehen. Dort wo eben noch Lavad?mpfe gewesen waren, sah man nun wieder Schienen und Dunkelheit. So als sei nichts gewesen. Als ich auf die Uhr schaute, sah ich ich, dass all diese Ereignisse nur wenige Minuten angedauert hatten.
"Ich muss los" sagte sie. "Sag den Leuten einfach, es sei eine kleine Panne gewesen, die nun repariert sei. Ich denke du schaffst es, sie alle nach Hause zu bringen." Und bevor ich nicken konnte, war sie verschwunden, doch eine Haarstr?hne lag in meiner Hand. "Engel sind seltsame Wesen", war mein letzter Gedanke, bevor ich wieder in den F?hrerwagon stieg.
16.4.05 14:37


"Erinnerung anders. Tocotronic und Von Spar feiern am Vorabend des 8. Mai die Befreiung Deutschlands durch die Alliierten. Stattfinden wird das Ganze in Berlin. Das Konzert findet im Rahmen einer Kundgebung unter dem Motto 'Deutschland Du Opfer' statt. Aufger?umt werden soll mit der Inszenierung der Deutschen als Opfer des Zweiten Weltkrieges, denn die deutsche ?ffentlichkeit leidet eher an der Guidoknoppisierung Deutschlands, anstatt die Vernichtungsmaschinerie der Deutschen unter der NS-F?hrung anzuerkennen, und verantwortungsvoll damit umzugehen. Hardfacts: 07. Mai, ab 18:00, Berlin-Mitte."

Intro News
16.4.05 13:07


Ich wei? nicht weiter,
ich wei? nicht wo wir sind.
Ich wei? nicht weiter.
Von hier an blind.

Wir sind Helden
15.4.05 22:46


Orpheus/Beautiful

"Was soll das werden Barry? Was hab ich denn davon, wenn ich da runter springe?"
"Das kommt ganz darauf an was du draus machst... Also, ich hab das schon bei vielen Menschen gesehen, wei?t du. Manche kehren wieder um, andere fallen einfach nur runter, aber die meisten springen dann irgendwie doch und brechen sich den Hals."
"Ja aber... Das ist doch, das ist doch total bl?de! Welcher normale Mensch w?rde das denn bitte machen Barry? Wer denn? Ich jedenfalls nicht, das ist doch im wahrsten Sinne kompletter Selbstmord darunter zu springen, Barry!"
"Naja, also... Manche machen das eben mit Stil, andere meckern rum wie du, aber runter kommen sie doch immer irgendwie alle. Warum also Sorgen machen?"
"Barry... Was soll denn das? Wir kennen uns jetzt schon ne Ewigkeit wei?t du, du kannst mir doch einfach die Wahrheit sagen. Was ist denn da unten? Warum sollte man riskieren sich alles zu brechen? Nichts in der Welt ist das wert Barry, nichts."
"Na gut..." Barry fummelte mit der rechten Hand in seinem Jackett, und zog eine Packung Zigaretten hervor. Wenige Sekunden sp?ter pustete er schon den Qualm Richtung Bahnschienen. "Ich darf es eigentlich nicht sagen, aber weil wir hier unter uns sind... Sie wartet vielleicht da unten. Vielleicht aber auch nicht... Die meisten Menschen denken eben, es sei das wert. Ich k?mmere mich da nicht wirklich drum. Also, das ist ja auch alles privat. Das ist ja auch deine Sache."
"Kurz gesagt, ich springe hier runter, wenn ich mir den Hals breche, und daran w?rst du dann nicht ganz unschuldig, brauche ich ja eh ?ber nichtsmehr nachdenken, und sie wird dort unten stehen und mich lieben? Wenn ich aber ?berlebe, dann verliere ich alles und lebe mit einem gebrochenen K?rper und einer gebrochenen Seele?"
"Nein, nein..." Barry nahm einen langen Zug aus der Zigarette.
"So einfach ist es ja nicht. Ich meine, das hier ist ja das echte Leben und keine verdammte Quizshow mit wahr oder falsch. Du darfst mir das nicht vorwerfen... Es ist nunmal so. Also die dritte M?glichkeit w?re, dass du stirbst, und sie gar nicht da unten ist... Das ist vielleicht Zufall, oder Schicksal, wie auch immer... Es gibt da keine Garantie. Ich mach hier nur meinen Job, ich hab die Regeln nicht gemacht."
"Aber das ist doch Wahnsinn, Barry. Das ist doch..."
"Das ist es wohl, da hast du nicht ganz unrecht. Aber wie du dich entscheidest, ich w?nsch dir Gl?ck dabei. Und die Aufwandsentsch?digung ist nicht gering, das wei?t du. Ich muss jetzt los, habe auch noch andere Kunden heute. Machs gut und entscheide dich so schnell wie m?glich." Barry kn?pfte den oberen Knopf seinen Jacketts, erhob die Hand zum Gru? und ging.
Da stand er nun allein auf der Mauer dieser Br?cke. War er ?berhaupt bereit zu sterben? Wind kam auf und wirbelte seine Jacke in Fetzen zur Seite.
"Ach was solls?" dachte er, "Dem Leben kann man entkommen, der Liebe nicht." Er lie? sich nach vorn fallen, den Wind im R?cken und sie im Herzen.
15.4.05 22:33


12.4.05 21:34


Jetzt

Er sa? an seinem Schreibtisch und korrigierte die Referate. Manchmal verschwammen die Buchstaben vor seinen Augen, so als w?rden sie sich zur?ckverwandeln in die Tintenfl?ssigkeit der Patrone, aus der sie stammten. Er wusste, es war nicht mehr weit bis zu seiner Pension. Die Arbeit machte ihm zuhause nicht sonderlich Spa?, doch er versuchte sein bestes zu geben, und die Vorlesungen so zu gestalten, wie er es als Student gern gesehen h?tte. Nicht immer erreichte er sein Ziel, des ?fteren viel er zur?ck in die Routine, wiederholte sich, sprach in alten Worten und Gedanken. Manchmal scheiterte er, und wusste f?r einen kurzen Moment nicht mehr, ob es das war was in den aktuellen Zeitungen stand, oder ob es nicht doch 30 Jahre zur?ck war, zur?ck in seiner Anfangszeit als Dozent. Meistens schaffte er es jedoch, sich wieder in die Gegenwart zur?ck zu rei?en, auf, nicht gegen den Strom der Zeit zu schwimmen.
Viele seine Kollegen waren so geworden. Das erz?hlten ihm einige seiner Studenten in den Sprechstunden. Sie redeten zu gern, waren in ihre Stimme verliebt. Sie waren so konservativ geworden, hassten das Neue genauso wie ihre wei?en Haare, die sie nun f?rbten. Stundenlang ergingen sie sich in Wiederholungen, sie sagten, alles was sie erz?hlten sei interessant, aber die Studenten erz?hlten, ihre Kritzeleien auf dem Tisch seien interessanter. Irgendwo in ihrem Leben schienen sie ihren Humor und ihre Frische verloren zu haben. Sie waren so sehr Wissenschaftler geworden, dass nur noch wenig Mensch in ihnen ?brig blieb.
Dass er nicht so geworden war, verdankte er seinen Studenten. Und seiner Frau. Er liebte sie fast wie am Anfang. Die Spuren des Alters schienen an ihr vorbeizuziehen wie der Nachtwind an den B?umen, und weil sie jung geblieben war, wurde auch er nicht so schnell ?lter. Jedenfalls nicht innerlich.
?Ich muss fertig werden?, dachte er und beugte sich wieder tief ?ber die Zettel, bis die Buchstaben vor seinem Auge verschwanden. Er schreckte aus seiner Arbeit auf, als die T?r pl?tzlich aufsprang, und seine Frau in das Zimmer marschierte. Ihr Tempo machte ihn des ?fteren sehr nerv?s, er brauchte Ruhe um zu arbeiten, er hasste Hektik. ?Gerda, ich m?chte bis zu meiner Pensionierung noch mit der Korrektur der Referate fertig werden. Und dazu braucht man Ruhe. Viel Ruhe.? ?Ach du und deine Ruhe. Bis zu deiner Pensionierung hat es wohl noch etwas Zeit. Und wie ich dich Dickkopf kenne, machst du ja freiwillig noch drei Jahre mehr. Rate lieber was ich hier hab.? Erst jetzt fiel ihm auf, dass ihre H?nde hinter dem R?cken verschr?nkt waren, irgendetwas silbernes aber blitze ein wenig hinter ihrem R?cken hervor. ?Ich hoffe es ist nichts was noch mehr L?rm machen kann als du.? ?Du bist ganz nach dran.? sagte sie, und zog ihre H?nde hinterm R?cken hervor. Es war ein Cd-Player. Er hatte so etwas ewig nicht mehr gesehen. ?Wo hast du das St?ck her?? fragte er sie. ?Ich hab den Dachboden aufger?umt, ich hab ihn in einem deiner alten Schr?nke gefunden.?
?So so.? erwiderte er mit pr?fendem Blick. Sein R?cken schmerzte, als er sich aus seinem Sessel erhob um ihn in die Hand zu nehmen.
?Der funktioniert noch mit Strom. Haben wir ?berhaupt noch eine Steckdose im Haus, Gerda?? ?M?sste im Keller sein. Den Strom m?ssten wir erzeugen k?nnen.?
Mit den Fingern glitt er ?ber die Tasten und Rundungen. Es war solange her gewesen. Sein Finger dr?ckte wie ein unbewusstes Signal auf eine der Tasten. Er kannte das Aussehen der Cd, er ging in den Keller und schloss den Cd-Player an.
Die Musik erinnerte ihn an die Zeit, als er mit dem Abitur fertig war. So oft hatte die Lieder geh?rt. Sie damals Teil eines Films gewesen. Er hatte den Namen des Films vergessen. Die Cd drehte sich weiter. Er hatte zum Film gehen wollen. Nicht weil er von irgendetwas Ahnung gehabt h?tte, aber seine Tr?ume damals fanden nur dort ein Ziel. Er hatte es nicht getan, es war nicht nur die Angst gewesen, etwas ungew?hnliches zu tun, er hatte damals Angst gehabt seine letzten Tr?ume noch zu verlieren. H?tte er es alles gesehen, das Geld, die Eitelkeit, wie jedes Bild einzeln Er wusste schon damals, dass der Prozess dem Ergebnis nicht entsprechen kann. Er hatte es gewusst, geahnt... Bei Beginn des dritten Liedes schossen ihm Tr?nen in die Augen.
Er sah sie die Treppe hinunterkommen. Er liebte sie, liebte sie so sehr. H?tte er sie kennengelernt, h?tte er ein anderes Leben gew?hlt? Sie bemerkte die Tr?nen in seinen Augen, kam auf ihn zu. Sie schloss ihre Arme um ihn, legte dass Gesicht an seinen Hals und fl?sterte: ?Was ist denn los?? Er f?hlte sich wieder wie 18. ?Habe ich das Richtige getan Gerda? Tue ich das Richtige?? ?Nat?rlich tust du das, nat?rlich. Nicht viele machen ihre Arbeit so gut wie du...? Vorsichtig schob er seine H?nde unter ihre Arme, l?ste sich von ihrer Umklammerung.
Langsam ging er die Kellertreppe hinauf. Sie schaute ihm stumm nach. Er ?ffnete die Haust?r und ging nach drau?en. Er lenkte seine m?den Schritte in den Park. Hier auf der Bank gegen?ber des Flusses hatte viele Male gesessen, und sich gesehnt. Er f?hlte sich alt und m?de. Langsam setzte er sich auf die Bank.
Wie im Zeitraffer sah er sich Sonne und Mond abwechseln, Wolken und Sterne im ewigen Kampf. Er sah den Wind in den B?umen rauschen, das Flie?en des Wassers, so schnell wie noch nie. Bewegungen auf dem Wasser, alles in so schneller Folge, dass seine Augen kaum Folgen konnten. So sa? er, 3 Tage, dann Wochen. Jahre zogen an ihm vorbei. Dann schloss er die Augen, hoffend auf einen letzten Tag, an dem ihm ein neuer Anfang geschenkt werden w?rde.


Ist diese Geschichte nicht so "stilistisch vollendet" wie die ihr vorgehende, so ist dies der mangelden Konzentration des Autors geschuldet, der schnell und manchmal lieblos schrieb in dem Wissen, dieses St?ck Text sonst niemals beenden zu k?nnen.
12.4.05 23:28


Lichttr?ger

Er sa? nur noch und schrieb. Eingesperrt. Grundlos. Er wusste nicht warum, er verstand es nicht. Aber was spielte das alles nun f?r eine Rolle f?r ihn? Es war nicht das Gef?ngnis, welches ihn an den Rand des Wahnsinns trieb. Sie war es.
Ihre weichen H?nde, wie sie manchmal damit langsam ?ber seinen R?cken strich und er eine G?nsehaut bekam. Ihre lockigen Haare, die wie kleine Schlangen ?ber ihm schaukelten, wenn er unter ihr auf dem Bett lag und sie k?sste. Ihre Augen, von denen er sich einbildete, sie w?ren so hell, dass sie selbst des Nachts unter ihren Augenlidern leise leuchteten, um ihm in seinen dunklen Tr?umen den Weg zu weisen. Ihren Bauchnabel, von dem er seinen Blick nicht lassen konnte, wenn sie wie eine Tote auf dem Bett lag, so gl?sern und zerbrechlich wie milchiges Glas, hinter dem wir immer nur die Umrisse einer Gestalt erahnen k?nnen, aber niemals ihre gesamte Pracht und Gestalt.
H?tte er nicht die regelm??igen Atembewegungen ihres Brustkorbes ausmachen k?nnen, so w?re er gleich in die K?che geeilt und h?tte das Messer an seinen Hals gesetzt, nur um ewig bei ihr sein zu k?nnen.
Doch sie war nicht da. Sie besuchte ihn nicht, die Briefe kamen unbeantwortet zur?ck. Sie stapelten sich in der Zelle, die Verzweiflung sichtbar geworden in einem Stapel aus Briefen. Er schrieb und schrieb; Liebesbriefe, Gedichte, Haikus. Manchmal aber malte er ihr auch die schrecklichen Bilder seiner Tr?ume, die in ihrer Grausamkeit von Tag zu Tag zunahmen. Er verweigerte zu essen, die Zeit, die er nicht zum Schreiben nutzte, schlief er und tr?umte. H?tte er nicht ein Bild von ihr in die Zelle mitnehmen k?nnen, so h?tte er sich selbst mit den Glassplittern des Spiegels das Leben genommen.
Eines Morgens jedoch, nach dem gr?sslichsten und zerm?rbendsten Traum, den er seit seiner Haft durchlebt hatte, verk?ndete man ihm, dass sie ihn Besuchen k?me. Im Spiegel sah er, wie seine Augen gl?nzten, wie der matte Tau eines Fr?hlingstages. Doch es war nicht die Freude. Er wusste nicht was es war. Als seine Zellent?r ge?ffnet wurde, war es ihm als nehme er unbewusst Abschied von den Dingen, die ihm teuer geworden waren. Die Schreibmaschine mit den vergilbten Buchstaben, seine B?cher, die er hier in der Zelle zwar niemals anger?hrt, aber doch in seinen Briefen immer wieder verwendet hatte. Seinen Beutel aus Leinen, indem er die letzten Erinnerungen an seine Jugend bis heute aufbewahrt hatte. Er erhob leicht die rechte Hand wie zu einem letzten Gru?, als er abgef?hrt wurde.
Zwischen langen, ihm endlos erscheinenden Mauern f?hrte man ihn. Einer der M?nner schaute ihn pl?tzlich an: ?Was ist mit deinen Augen?? fragte dieser, aber er wusste dem W?rter nicht zu antworten. In einem kleinen Raum, am Ende des Labyrinths aus G?ngen sah er sie. Wie eine leblose Puppe sa? sie am Tisch hinter der Glaswand. Ihm unerreichbar.
Er setzte sich ihr gegen?ber, er starrte sie an. Kein L?cheln erschien in ihrem Gesicht, keinen Muskel verzog sie, selbst die Augenlider schienen f?r einen endlosen Moment lang still zustehen. Dann kam auf einmal das Licht aus ihren Augen, und seine strahlten wie zur Erwiderung noch st?rker, wie tausend Sonnen an einem einzigen Himmel. Er stand auf von dem Tisch auf, genau wie sie. Der W?rter kr?mmte sich auf dem Boden und hielt dann wie leblos die H?nde vor die Augen. Die Glaswand spiegelte das Licht, b?ndelte es. Er tat einen Schritt zu Seite vor die Glaswand, sie bewegte sich wie sein Spiegelbild, stellte sich ihm gegen?ber. Wie durch einen Vorhang glitt er durch das Glas hindurch, in ihren K?rper hinein, hinein in ihre Augen. Sie beide waren nun nur noch Licht, und aus ihren Augen heraus konnte er sehen, wie er mit dem K?chenmesser immer wieder auf sie einstach, bis sich ihre Lieder langsam und m?de schlossen.
11.4.05 01:05


die perfektion?

w?hrend andere leben
les ich in meinem buch
w?hrend die andern sterben
liegt auf mir kein b?ser fluch

w?hrend alle tanzen gehn
steh ich im badezimmer rum
w?hrend alle lieder machen
sitz ich nur da und summ

w?hrend alle anderen sich begeistern
und sich in die augen sehen
sitze ich vor meinem fenster
und seh die sonne schlafengehn
9.4.05 18:37


Geht w?hlen.

Um es mal zu testen und um zu schauen wie die Resonanz so ist, hab ich mir jetzt mal einen Poll bauen lassen. Zu finden ist er, wie man sich denken kann, in der Rubrik "Umfrage". Ich hoffe jetzt mal, dass es nicht der totale Reinfall wird und es bei meinem Testvote bleibt . Wer w?hlen sollte, schon einmal einen herzlichen Dank.
Bis dann

Update:
Bisher schon 12 Votes, was ich ja theoretisch f?r ausgeschlossen halte, praktisch scheint es aber doch m?glich zu sein, da mehrmals voten anscheinend problemlos m?glich ist. Aber: Ich hab die Botschaft ja verstanden! Buck wird begraben.
Ich sollte mir nen besseren Poll suchen...
9.4.05 15:47


WOHIN DU GEHST

ICH WILL IN DEINEN AUGEN LIEGEN,
DAS W?R EIN GUTER PLATZ
ICH HAB NICHT MEHR GESCHLAFEN
SEIT DU WEG BIST LIEG ICH WACH

ICH H?TTE GERN EIN WORT
DAS WIRKLICH WIE DEIN LACHEN IST
DAS WILL ICH DIR SAGEN
DAMIT DU NICHT VERGISST

REFR.:
ICH GEH DAHIN WO DU HIN GEHST
WO DU HINGEHST DA GEH ICH HIN
DA WO DU HINGEHST GEH ICH
ICH GEH DAHIN WO DU HIN GEHST

ICH WILL DURCH DEINE GEGEND GEHEN
AUF DEINER STRA?E STEHEN
UNTER DEINER SONNE
WILL ICH IN DEN HIMMEL SEHEN

DU BIST DER L?NGSTE TAG IM JAHR
UND DU BIST DER MOMENT
UND DAS ICH DICH GETROFFEN HAB
NEHM ICH ALS GESCHENK

REFR.:
DICH WILL ICH SEHEN WENN DAS LICHT ANGEHT
BEI DIR WILL ICH SEIN WENN DIE NACHT ANBRICHT
MIT DIR WILL ICH GEHEN UND ICH FINDE EINEN WEG
WO DU HIN GEHST GEH ICH HIN ICH GEH DAHIN WO DU GEHST

ICH WILL DICH NICHT VERMISSEN
KANNST DU H?REN WAS ICH SAG
UND DIES HIER IST F?R DICH
WENN DU GEHST KOMM ICH NACH

ICH WILL IN DEINEN AUGEN LIEGEN,
DAS W?R EIN GUTER PLATZ
ICH HAB NICHT MEHR GESCHLAFEN
SEIT DU WEG BIST LIEG ICH WACH

REFR.:
DICH WILL ICH SEHEN WENN DAS LICHT ANGEHT
BEI DIR WILL ICH SEIN WENN DIE NACHT ANBRICHT
MIT DIR WILL ICH GEHEN UND ICH FINDE EINEN WEG
WO DU HIN GEHST GEH ICH HIN ICH GEH DAHIN WO DU GEHST

Fink
Quelle: finkmusik
8.4.05 14:33


Buck

Buck. Die Leute reden viel ?ber Buck. Manche sagen, er w?re nach Brasilien ausgewandert und h?tte dort mit einem Maschienenbauunternehmen viel Geld gemacht. Weil ihm die Arbeit aber zu langweilig wurde, sei er dann hierher zur?ckgekommen. Wiederum andere sagen, er habe vor l?ngerer Zeit etwas von seiner Tante geerbt, und h?tte dann einen langen Urlaub in den asiatischen L?ndern gemacht. Dann aber sei das Geld verprasst gewesen, und er h?tte zur?ckkehren m?sssen. Einige Leute behaupten sogar, er sei nur von hier verschwunden, damit niemand etwas von seinem Lottogewinn erf?hrt, denn genau zu der Zeit als Buck verschwand, verk?ndeten die Nachrichten einen Lottogewinner in der Stadt, was nat?rlich DIE Nachricht f?r alle Bewohner war.
Ich pers?nlich glaube nichts von dem was die Leute erz?hlen. Das einzige was man wirklich wei? ist, dass Buck vor ungef?hr 8 Jahren aus dieser Stadt verschwand und erst Anfang dieses Jahres zur?ckkehrte, und eine Kneipe in der N?he der Altstadt an einem Fu?ballplatz er?ffnete. Aus Buck bekommt man ?ber diese 8 Jahre seiner Vergangenheit nicht heraus, und wenn man ihm nach dem vielen Geld fragt, was er angeblich besitzt, dann sagt er jedesmal: "Wenn man sich um Geld nichtmehr k?mmern muss, dann sollte man auch nichtmehr dar?ber reden. Das ist Zeitverschwendung." Und dann schaut er einen immer an, und grinst, so wie eigentlich nur jemand grinsen kann, der noch nie mit viel Geld in Ber?hrung gekommen ist.
Neben den vielen Ger?chten die man ?ber Buck erz?hlt, sind sich die Bewohner dieser Stadt eigentlich nur ?ber eins einig; Er sei ein "seltsamer Kauz". Beispielsweise wird ?berall erz?hlt, wie Buck letztens den Stammtrinkern, von ihm eigentlich immer nur "Schnapsdrosseln" genannt, rausgeschmissen hat. "Ruiniert euer Leben. Aber nicht bei mir", soll er gesagt haben, und damit war die Sache f?r ihn erledigt, aber wohl nicht f?r die Bewohner dieser Stadt. Daraufhin ging eine Kolonne mitsamt dem B?rgermeister (den der Bruder des B?germeisters war einer von den Schnapsdrosseln) zu Buck, und der B?rgermeister hat ihm gedroht, sein Lokal schlie?en zu lassen, wenn er nicht jedem, er etwas trinken wolle, eben auch etwas zu trinken gebe. Buck hat dann einfach f?r ein paar Tage sein Lokal geschlossen, bis sich der Sturm gelegt hatte. Buck hat dann dem B?rgermeisster zwei Kisten Bier nach Hause liefern lassen, und gesagt dass d?rfe f?r seinen Bruder einen Tag lang reichen.
Bucks Aussehen entspricht seinem Wesen. Er ist fast zwei Meter gro?, tr?gt meistens Jeans, ein Holzf?llerhemd und an den F??en Schlappen. Er hat ein liebenswertes Gesicht und etwas zu lange, schwarze Haare, die er aber vorne so kurz tr?gt dass sie nicht ?ber seine Augen wachsen. W?rde man Buck nicht kennen, man w?rde denken er sei Sozialarbeiter oder Schreiner. Buck hat eine innere Ruhe und Unaufgeregtheit, er l??t sich einfach durch nichts aus der Ruhe bringen. Wenn man etwas schlechtes ?ber Buck sagen will, dann h?chstens dass er sich mehr um sein Aussehen k?mmern und vor allem nicht immer so moralisch sein soll. Aber eigentlich traut sich niemand von uns ihm das zu sagen, weil er ja leider auch meistens Recht hat.
Wir, das sind ungef?hr 30 Personen. Man kann sagen, die gesamte Jugend dieser Stadt geht bei Buck ein und aus, auch wenn dass viele Eltern nicht gerne sehen. Seit Buck einmal bei einem Fu?ballspiel mitgemacht hat, weil ein Spieler krank war, und danach alle einlud in seiner Kneipe was zu trinken, k?nnen sich viele hier ein Leben ohne ihn kaum noch vorstellen. Bei Buck gibt es Cola, Fu?ball, Trost, gute Musik, Aufmunterung, Motivation und vor allem Spa?. Buck ist der Onkel den man sich immer gew?nscht hat, gleichzeitig guter Kumpel, Psychologe und Lehrer. Nur eins kann Buck eigentlich gar nicht. Und das ist gut Fu?ball spielen.

Wird eventuell fortgesetzt.
7.4.05 19:32


Du hast mir gesagt

Ich liege tr?ge in der Sonne und sehe wie der Flu? vor?ber flie?t. Du hast mir gesagt, dass man nichts erzwingen soll, und ich warte hier, und ich warte hier auf das Gl?ck und den gestrigen Tag.

Ich freunde mich an mit einer Spinne und schaue ihr bei der Arbeit zu. Du hast mir gesagt, dass man Tiere lieben soll, und ich warte hier, und ich warte hier auf das Gl?ck und den gestrigen Tag.

Wenn du mich liebst, wirst du mich finden, Verliebte gehn hier immer an den Fluss. Du hast mir gesagt, dass alles kommt wies kommen muss, und ich warte hier, und ich warte hier auf das Gl?ck und den gestrigen Tag.

Ich werfe Steine in die Str?mung und schaue ihnen beim versinken zu. Du hast mir gesagt, dass man sich n?tzlich machen soll, und ich warte hier, und ich warte hier auf das Gl?ck und den gestrigen Tag.

Wenn du mich liebst, wirst du mich finden, Verliebte gehn hier immer an den Fluss. Du hast mir gesagt, dass alles kommt wies kommen muss, und ich warte hier, und ich warte hier auf das Gl?ck und den gestrigen Tag.

Ich w?rde gerne endlich mal was essen und die Augen fallen mir von selber zu. Du hast mir gesagt, dass man nicht locker lassen soll, ich warte hier, und ich warte hier auf das Gl?ck und den gestrigen Tag.

Wenn du mich liebst, wirst du mich finden, Verliebte gehn hier immer an den Fluss. Du hast mir gesagt, dass alles kommt wies kommen muss, und ich warte hier, und ich warte hier auf das Gl?ck und den gestrigen Tag.

Element of Crime
7.4.05 18:35


7.4.05 17:48


Inventur

Dies ist meine M?tze,
dies ist mein Mantel,
hier mein Rasierzeug
im Beutel aus Leinen.

Konservenb?chse:
Mein Teller, mein Becher,
ich hab in das Wei?blech
den Namen geritzt.

Geritzt hier mit diesem
kostbaren Nagel,
den vor begehrlichen
Augen ich berge.

Im Brotbeutel sind
ein Paar wollene Socken
und einiges, was ich
niemand verrate,

so dient er als Kissen
nachts meinem Kopf.
Die Pappe hier liegt
zwischen mir und der Erde.

Die Bleistiftmine
lieb ich am meisten:
Tags schreibt sie mir Verse,
die nachts ich erdacht.

Dies ist mein Notizbuch,
dies ist meine Zeltbahn,
dies ist mein Handtuch,
dies ist mein Zwirn.

G?nther Eich


Anpassung

Gestern fing ich an
sprechen zu lernen
Heute lerne ich schweigen
Morgen h?re ich
zu lernen auf

Erich Fried

Und wenn schon nicht alles gut wird, dann soll es wenigstens nicht ganz schlecht werden.
7.4.05 03:07


An die Nachgeborenen

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Das arglose Wort ist t?rricht. Eine glatte Stirn
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
Hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen.

Was sind das f?r Zeiten, wo
Ein Gespr?ch ?ber B?ume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen ?ber so viele Untaten einschlie?t!
Der dort ruhig ?ber die Stra?e geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar f?r seine Freunde
Die in Not sind?

Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.
Zuf?llig bin ich verschont. (Wenn mein Gl?ck aussetzt, bin ich verloren.)

Man sagt mir: I? und trink du! Sei froh, da? du hast!
Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
Ich dem Hungernden entrei?e, was ich esse, und
Mein Glas Wasser einem Verdurstenden fehlt?
Und doch esse und trinke ich.

Ich w?re gerne auch weise.
In den alten B?chern steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
B?ses mit Gutem vergelten
Seine W?nsche nicht erf?llen, sondern vergessen
Gilt f?r weise.
Alles das kann ich nicht:
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

Bertolt Brecht
1.4.05 15:17


Denn nur der Zerst?ckte kennt die Sehnsucht nach Vollendung. Nur der Getriebene erreicht die Unendlichkeit.
Stefan Zweig
28.3.05 15:17


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